Die Krisensituation

"Die Krise ist ein fruchtbarer Umstand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen."

Max Frisch

Was ich in einer Krisensituation empfehle?

In unternehmerischen Krisensituationen sollte man, falls notwendig, mit der situationsgerechten Anpassung der Aufbauorganisation beginnen. Dies betrifft die eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten sowie die entsprechende räumliche Zuordnung der Mitarbeiter.

Erscheint eine Anpassung der Aufbauorganisation notwendig, empfehle ich je nach Ausgangssituation entweder einen flussorientierten Aufbau oder den Aufbau überschaubarer selbstständiger Einheiten, die möglichst autonom agieren können. Manchmal erscheint es sinnvoll, eine Organisationsform durchgängig im gesamten Unternehmen (alle Büro- und Produktionsbereiche) einzuführen. Und manchmal ist es mit Blick auf rasche Erfolge sinnvoll, einen Bereich flussorientiert zu organisieren, einen anderen in Form autonomer Einheiten. Im Detail gehe ich auf diese Frage gerne nach einem kurzen Unternehmensrundgang ein, ebenso auf die grundlegende Frage, ob eine Änderung der Aufbauorganisation zur Überwindung der Unternehmenskrise überhaupt notwendig ist.

Ist die Entscheidung gefallen, ob und in welchem Umfang strukturelle Veränderungen vorgenommen werden, gilt es, diese gegebenenfalls rasch umzusetzen und gleich danach eine Änderung der Arbeitsweise einzuleiten. Ansonsten werden trotz der veränderten Aufbauorganisation eingeschliffene informelle Wege einfach weitergelebt; die Mitarbeiter brauchen eine neue Orientierung.

Diese Orientierung findet der Führungskreis mit einem mehrtägigen Workshop, mittels dem die größten Schwachstellen des Unternehmens aufgedeckt und Lösungsansätze erarbeitet werden. Am Ende des Workshops sind die Aufgaben transparent und hinsichtlich der Umsetzungsverantwortung klar zugeordnet − mit drei Monaten Zeit für die Umsetzung, egal wie groß die einzelne Aufgabe ist. Schneller ist besser. Kurze interne Statusberichte gibt es alle 14 Tage.

Bild Aufbau

Was passiert nach diesen drei Monaten?

Wenn das Unternehmen das "Projekt Rettung" gut überstanden hat, gibt es dort nun eine Mannschaft, die zusammenhält, die den gemeinsamen Erfolg zu schätzen weiß und die hungrig auf mehr Erfolg ist, weil sie gelernt hat, dass sie Außergewöhnliches leisten kann. Dieser Mannschaft sollte der rote Teppich für kontinuierliche Verbesserung ausgerollt werden − sie ist nun reif für ein auf Dauer ausgerichtetes Verbesserungsprogramm, für den Aufbau einer prozessorientierten Unternehmenskultur.